Rasen neu anlegen: Unsere Erfahrungen & Tipps | MietWerk Saar

Rasen neu anlegen:

Unsere Erfahrungen mit Hitze, Trockenheit und Unkraut

Für unsere Hochzeit wollten wir einen schönen, grünen Rasen – und zunächst hat das auch funktioniert. Doch die Neuanlage mitten im Hochsommer, Temperaturen von bis zu 36 °C, volle Sonne und jede Menge Unkrautsamen im neuen Mutterboden machten dem jungen Rasen anschließend ordentlich zu schaffen.

Jetzt gehen wir die betroffenen Flächen erneut an. Wir zeigen dir, was bei uns nicht funktioniert hat, was wir heute anders machen würden und wie wir unseren Rasen Schritt für Schritt wieder fit machen.

Warum wir mitten im Hochsommer Rasen gesät haben

Der Zeitpunkt für eine Rasenneuanlage war sicherlich nicht optimal. Trotzdem hatten wir einen guten Grund, warum wir nicht bis zum Herbst warten wollten: Unsere Hochzeit im eigenen Garten stand bevor und dafür wollten wir natürlich einen schönen, grünen Rasen haben.

Also haben wir die Fläche mit neuem Mutterboden vorbereitet und den Rasen im Sommer eingesät. Trotz der hohen Temperaturen entwickelte sich der Rasen zunächst gut. Durch regelmäßiges Bewässern hatten wir zu unserer Hochzeit tatsächlich die grüne Rasenfläche, die wir uns gewünscht hatten.

Die eigentliche Herausforderung zeigte sich erst danach. Es folgten längere Trockenperioden mit Temperaturen von bis zu 36 °C. Da die Fläche kaum Schatten bekommt, war der noch junge Rasen der Sonne nahezu den ganzen Tag ausgesetzt.

Gleichzeitig zeigte sich ein weiteres Problem, das uns am Ende vermutlich noch stärker beschäftigt hat als die Hitze: Mit dem neuen Mutterboden hatten wir uns jede Menge Unkrautsamen in den Garten geholt.
 

Unser größtes Problem: Unkrautsamen im neuen Mutterboden

Die Hitze und Trockenheit waren jedoch nicht die einzigen Probleme. Rückblickend war einer unserer größten Fehler der verwendete Mutterboden. Mit diesem haben wir uns offenbar eine große Menge an Unkrautsamen auf die neu angelegte Fläche geholt.

Schon kurze Zeit später breiteten sich zwischen den jungen Rasengräsern unter anderem Hirse, Weißer Gänsefuß und Zurückgebogener Amarant aus. Besonders die Hirse nahm auf einigen Bereichen immer mehr Platz ein.

Für den noch jungen Rasen war das eine zusätzliche Belastung. Während sich die Rasengräser erst richtig entwickeln mussten, konkurrierten die schnell wachsenden Unkräuter um Wasser, Nährstoffe, Licht und Platz.

Einen weiteren Punkt würden wir heute anders machen: Nach dem Verteilen des Mutterbodens haben wir die Fläche direkt eingesät und den Rasensamen nicht noch mit einer dünnen oberen Schicht abgedeckt. Beim nächsten Mal würden wir das Saatbett sorgfältiger vorbereiten und dem Rasensamen bessere Startbedingungen schaffen.

Trotzdem war nicht alles umsonst: Für unsere Hochzeit war der Rasen schön grün. Erst die Kombination aus Unkrautdruck, extremer Hitze und längeren Trockenperioden zeigte, dass der junge Rasen noch nicht ausreichend etabliert war.

Was wir diesmal anders machen

Genau aus diesen Erfahrungen wollen wir lernen. Statt einfach neuen Rasensamen auf die vorhandenen Flächen zu streuen, bereiten wir den bestehenden Rasen diesmal gründlich auf und schaffen möglichst gute Bedingungen für die Nachsaat.

Wie wir dabei Schritt für Schritt vorgehen, zeigen wir im nächsten Abschnitt.

So wollen wir unseren Rasen jetzt wieder fit machen

Statt einfach neuen Rasensamen auf die vorhandenen kahlen Stellen zu streuen, wollen wir die Rasenfläche diesmal gründlich vorbereiten. Dabei soll der noch vorhandene Rasen erhalten bleiben und die Nachsaat möglichst gute Bedingungen bekommen.

1. Rasen kurz mähen

Bevor wir mit der eigentlichen Sanierung beginnen, mähen wir den vorhandenen Rasen auf etwa 3 bis 4 cm. So lässt sich die Fläche anschließend besser bearbeiten und abgestorbenes Pflanzenmaterial leichter entfernen.

2. Rasen vertikutieren

Anschließend wird die gesamte Fläche vertikutiert. Dabei entfernen wir abgestorbenes Material und öffnen die Grasnarbe. Gleichzeitig werden die kahlen und stark ausgedünnten Bereiche für die spätere Nachsaat vorbereitet.

Das herausgearbeitete Material entfernen wir anschließend gründlich von der Fläche.

3. Kahle Stellen vorbereiten

Nach dem Vertikutieren kümmern wir uns besonders um die Stellen, an denen kaum noch Rasen vorhanden ist. Dort lockern wir die Bodenoberfläche leicht auf, damit der neue Rasensamen später nicht einfach auf einer harten Oberfläche liegen bleibt.

Dabei wollen wir den Boden nur oberflächlich bearbeiten und nicht komplett umgraben.

4. Rasen nachsäen

Für die Nachsaat verwenden wir eine trockenheitsverträgliche Rasenmischung, die sowohl für die Nachsaat als auch für die Neuanlage geeignet ist.

Da unsere Rasenfläche nahezu den ganzen Tag in der Sonne liegt und wir bereits erlebt haben, wie stark längere Hitze- und Trockenperioden dem Rasen zusetzen können, haben wir uns diesmal bewusst für eine entsprechend ausgelegte Mischung entschieden.

Den Rasensamen bringen wir mit unserem Düngstreuer möglichst gleichmäßig auf der gesamten Fläche aus. Gerade bei größeren Flächen hilft uns der Streuer dabei, das Saatgut gleichmäßig zu verteilen.

5. Starterdünger ausbringen

Zusammen mit der Nachsaat bringen wir einen Starterdünger für Neuansaat und Nachsaat aus.

Wir verwenden dafür einen NPK-Starterdünger mit dem Verhältnis 10-15-10. Er soll die jungen Rasengräser während ihrer ersten Entwicklungsphase mit Nährstoffen versorgen und insbesondere die Wurzelentwicklung unterstützen.

Bei der Menge halten wir uns an die Angaben des Herstellers.

6. Rasenerde gleichmäßig verteilen

Einen Fehler aus unserer ersten Rasenneuanlage wollen wir diesmal vermeiden: Der Rasensamen soll nicht einfach ungeschützt auf der vorbereiteten Fläche liegen bleiben.

Deshalb bringen wir eine dünne Schicht geeignete Rasenerde bzw. Topdressing auf. Für eine möglichst gleichmäßige Verteilung verwenden wir unsere Kompostwalze.

Die Schicht soll bewusst dünn bleiben. Der Rasensamen soll nicht tief vergraben, sondern lediglich leicht bedeckt werden und gute Bedingungen zum Keimen bekommen.

7. Fläche anwalzen

Anschließend walzen wir die gesamte Fläche mit unserer Rasenwalze leicht an. Dadurch bekommt das Saatgut einen guten Kontakt zum Boden und wird bei der anschließenden Bewässerung weniger leicht verlagert.

8. Gleichmäßig bewässern

Nach der Aussaat beginnt einer der wichtigsten Schritte: die richtige Bewässerung.

Während der Keimphase soll die obere Bodenschicht gleichmäßig feucht bleiben und nicht vollständig austrocknen. Wie häufig bewässert werden muss, hängt von Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wind und Niederschlag ab.

Gerade weil unsere Fläche viel Sonne abbekommt, werden wir die Feuchtigkeit in den ersten Wochen besonders im Blick behalten.

9. Dem neuen Rasen Zeit geben

Jetzt heißt es erst einmal warten. Die verschiedenen Gräser unserer Saatmischung keimen und entwickeln sich unterschiedlich schnell. Deshalb erwarten wir nicht, dass die Fläche bereits nach wenigen Tagen wieder vollständig dicht ist.

Sobald der neue Rasen ausreichend hoch und kräftig ist, folgt der erste vorsichtige Rasenschnitt.

Wie sich unsere Rasenfläche entwickelt, werden wir weiter dokumentieren und diesen Ratgeber mit unseren Erfahrungen und Bildern ergänzen.

Welche Produkte verwenden wir für die Nachsaat?

Bei der Auswahl von Rasensamen und Dünger haben wir uns diesmal bewusst Gedanken darüber gemacht, was zu den Bedingungen auf unserer Fläche passt. Da der Rasen im Sommer viel Sonne abbekommt und bereits unter längeren Trockenperioden gelitten hat, haben wir uns für eine trockenheitsverträgliche Rasenmischung und einen passenden Starterdünger entschieden.

Unser Rasensamen: Trockenheitsmischung PS-43

Für die Nachsaat verwenden wir die Trockenheitsmischung PS-43. Sie ist laut Hersteller sowohl für die Neuanlage als auch für die Nachsaat von Rasenflächen geeignet und speziell auf eine hohe Trockenheits- und Hitzebeständigkeit ausgelegt.

Die Mischung enthält verschiedene Sorten von Lolium perenne, Poa pratensis und Festuca. Für unsere sonnige Fläche war die Zusammensetzung einer der Gründe, warum wir uns diesmal für diese Mischung entschieden haben.

Ob sich der Rasen bei uns langfristig tatsächlich besser durch heiße und trockene Sommer bringt, können wir natürlich erst nach entsprechender Erfahrung beurteilen. Auch darüber werden wir hier berichten.

Unser Starterdünger: NPK 10-15-10

Zur Nachsaat verwenden wir außerdem einen ARENA Starterdünger NPK 10-15-10.

Der Starterdünger ist laut Hersteller für Neuansaat und Nachsaat vorgesehen und kann kurz vor oder gleichzeitig mit der Aussaat ausgebracht werden. Die enthaltenen Nährstoffe sollen die jungen Rasengräser in ihrer ersten Entwicklungsphase unterstützen.

Bei der Ausbringungsmenge halten wir uns an die Angaben des Herstellers.

*Affiliate-Hinweis: Bei den mit einem Sternchen gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst, erhalten wir gegebenenfalls eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten.

Welche Geräte verwenden wir für die Rasensanierung?

Für die Rasensanierung nutzen wir verschiedene Geräte und Helfer, die uns die Arbeit erleichtern. Einige davon kannst du auch bei MietWerk Saar einzeln oder gemeinsam in unserem RasenStart-Paket mieten.

Düngstreuer

Mit dem Düngstreuer verteilen wir Rasensamen und Starterdünger möglichst gleichmäßig auf der vorbereiteten Fläche. Gerade bei größeren Flächen ist eine gleichmäßige Verteilung wichtig, damit später keine Bereiche zu dicht oder zu dünn eingesät sind.

Kompostwalze

Für die dünne Schicht Rasenerde bzw. Topdressing verwenden wir unsere Kompostwalze. Sie hilft dabei, das Material gleichmäßig über die Fläche zu verteilen, ohne dass die Rasenerde mühsam überall von Hand verteilt werden muss.

Rasenwalze

Nach der Aussaat kommt unsere Rasenwalze zum Einsatz. Damit drücken wir Saatgut und die obere Bodenschicht leicht an und sorgen für einen guten Bodenkontakt.

RasenStart-Paket

Wenn du deinen Rasen selbst neu anlegen oder nachsäen möchtest, musst du die benötigten Geräte nicht unbedingt kaufen. In unserem RasenStart-Paket haben wir mehrere praktische Helfer für die Rasenanlage zusammengestellt.

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